Einfache Techniken um Dorsch zu fangen:

Beim Pilken ist zunächst die Position auf dem Kutter entscheidend. Am begehrtesten sind die Plätze am Bug oder am Heck. Das liegt daran, dass man sich an diesen Stellen im Boot stets den Drift auswählen kann:

  • Andrift - der Kutter treibt auf den Köder zu
  • Abdrift - der Kutter bewegt sich vom Köder weg

Steht man an der Reling, muß man die jeweilige Drift fischen und kann nicht variieren. Die Kapitäne drehen ihre Kutter meist nach jedem Stopp um 180 Grad. Dadurch fischen die Angler abwechselnd in der An- oder Abdrift.

In der Andrift müssen die Köder möglichst weit ausgeworfen werden, damit sie nicht gleich unterm Kiel hängen. Vorteil in der Andrift: Die Angler sind eher am Fisch als die Kollegen im Rücken!

Wenn der Pilker den Grund erreicht hat, wird die Schnur gestrafft, und das eigentliche Pilken beginnt. Durch Auf- und Abbewegungen der Rutenspitze tanzt das Fisch-Imitat am Grund - solange, bis der Kutter über den Pilker treibt. Dann wird eingeholt, und das Spiel beginnt von vorn.

Ganz wichtig: Der Pilker muss unbedingt am Grund bleiben, denn dort stehen die Dorsche zumeist. Außerdem darf beim Absenken der Gerte der Kontakt zum Bleifisch nicht verlorengehen! Bei schlaffer Schnur lässt sich der Biss nicht erkennen. Das Gleiche gilt, wenn ein Dorsch hochgepumpt wird - immer die Spannung halten, sonst kann sich der Haken lösen!

Wer in dem Abdrift angelt, lässt den Pilker einfach an der Bordwand runter. Damit er sich durch den Drift nicht zu weit vom Grund entfernt, wird ab und zu Schnur nachgegeben. Ist dies zu oft nötig, muss ein schwererer Pilker her.

Köderwahl

Das Ködergewicht muss stets auf die Wassertiefe, die Strömung und auf den Drift des Kutters abgestimmt sein. Normalerweise reichen in der Ostsee in Tiefen bis 15 Meter Gewichte zwischen 40 und 100 Gramm aus. In tieferem Wasser oder bei Strömung kann aber schon mal ein 200er Eisen gefragt sein. Die Pilkerfarbe ist Geschmackssache und abhängig von den Vorlieben der Dorsche. An manchen Tagen fängt Grün super, an anderen stehen die Meeresräuber eher auf Rot/Silber. Je stärker der Pilker gebogen ist, desto verführerischer taumelt er zum Grund. Gerade geformte Modelle sinken schneller.

Dennoch hängt es von der abwechslungsreichen Köder-Führung des Anglers ab, wie viele Fische letztlich in seiner Kiste landen. Wenn der Nachbar deutlich mehr fängt als Sie, gibt es dafür meistens einen Grund - sei es das Pilkergewicht, die -farbe oder die Pilk-Geschwindigkeit. Es ist besser, das Eisen gefühlvoll zu zupfen, als es ruckartig hochzureißen. Bei kaltem Wasser zahlt sich eine langsame Köderführung oft aus. Manchmal nützt aber alles Probieren nichts, denn Glück gehört natürlich auch beim Pilken mit dazu.

BeifängerWährend sich die größeren Dorsche lieber einen Pilker schnappen, werden die mittleren Räuber in der Ostsee häufig mit Beifängern überlistet: Das sind rote oder schwarze Twisterschwänze auf Bleiköpfen, von denen maximal zwei oberhalb des Pilkers montiert werden. Diese Jigs entpuppen sich vor allem dann als äußerst fängige Köder, wenn die Bartelträger mal nicht Heringen oder Sprotten hinterher jagen, sondern auf Garnelen aus sind.Experten fischen gern mit zweifarbigen Twistern, zum Beispiel in der Kombination Rot/Schwarz. Beim Jiggen kann der Pilker ruhig etwas schwerer gewählt werden: 100 bis 125 Gramm sind üblich. Über hindernisreichem Grund wird einfach der Drilling entfernt. Das schützt vor Hängern und Materialverlusten.

Ruten

Auf den Ostsee-Kuttern sind die Ruten 2,70 bis 3,30 Meter lang. Für weite Würfe in der Andrift eignen sich lange Gerten am besten, zumal der Angler auf den meisten Kuttern hohe Aufbauten im Rücken hat. Und natürlich seine Angelkollegen - also Vorsicht beim Schwung holen! Kräftige Spinnruten mit Wurfgewichten um die 100 Gramm oder mittelschwere Pilkruten, die 200 Gramm bewältigen, reichen je nach Tiefe und Strömung völlig aus. Wer mit dicken Knüppeln pilkt, darf sich am Abend nicht über ebensolche Arme wundern! Trotzdem sollte die Rute auch einen größeren Dorsch von 20 Pfund bändigen können.

Stationärrollen, die rund 250 Meter 0,35er Schnur fassen, sind auf der Ostsee gefragt. Vor dem Fischen muss die Bremse unbedingt so eingestellt werden, dass ein großer Fisch Schnur abziehen kann. Ist das nicht der Fall, macht’s peng, und der Dorsch ist weg. Das Gleiche gilt für Hänger. Wer bei starker Drift am Grund hakt und erst noch die Bremse einstellen muss, kann sich gleich von der Montage, im schlimmsten Fall sogar von der Rute verabschieden.

Viel Glück!!!

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